Wenn die Kinder schon etwas weiter sind – und sich auch die Konzentrationsfähigkeit erhöht hat – kommen auch andere Lernspiele in Frage. Für alle, die erst anfangen, bitte erst hier schauen.
Addy – Deutsch Grundschule 1.te Klasse
Übungen:
Addy bietet sehr viele Übungen. Diese beginnen mit dem Erkennen von Symbolen und gehen bis zum Verständnis von Geschichten (Leseverständnis). Die Übungen bauen gut aufeinander auf und bieten unter anderem „komplexe Buchstabenfolgen üben“ und „Lesegeschwindigkeit steigern“.
Besonders nett animiert ist der kleine, außerirdische Woops. Kind1 und Kind2 waren hellauf begeistert von Woops und seinen Lautäußerungen. Und schauten sich teilweise nur an, was Woops alles macht, wenn der Spieler gerade nichts macht.
Die Übungen kann man nach belieben auswählen und Kind1 konnte leider nirgends ersehen, welche schon erfolgreich bearbeitet wurden. Hier ist man als jüngerer Spieler etwas verloren – älteren Spielern, die ein paar Stufen überspringen wollen, kommt das dafür sehr gelegen.
Negativ fällt auf:
Die Aufgabenstellungen sind leider geschrieben, und so muss man bei Leseanfängern doch immer dabei bleiben und die nächste Aufgabe erklären. Man kann auch irgendwo klicken, um ein Video über die Aufgabe zu sehen, oder eine Lösung – aber das muss man erst mal herausfinden (und dann ebenfalls erklären).
Einige Übungen haben eine komplizierte Steuerung, die manchmal zu Verwunderung bei jüngeren Kindern führen kann. Hier haben die Programmierer es sich etwas zu leicht gemacht.
Schwierigkeit:
Die Schwierigkeit der Übungen ist insgesamt fortgeschritten. Sie bauen gut aufeinander auf, so dass man langsam immer besser lesen und schreiben kann. Die meisten Übungen verwenden Groß- und Kleinschrift, nur ein paar benützen nur Großbuchstaben; ein System ließ sich hier für mich leider nicht erkennen.
Umgang mit Fehlern:
Der Umgang mit Fehlern ist sehr kompetent. Es verleitet nur selten zum Raten, und der kleine Woops läßt es nicht an Einfühlvermögen fehlen. So sind Fehler nicht schlimm, manchmal hat Kind1 sogar gezielt Fehler gemacht (und das dauernd) um den am Boden zerstörten Woops beobachten zu können. Das war ein Heidenspaß für beide Kinder, und war nach 20 Minuten genug uninteressant geworden, dass man sich wieder den Aufgaben zuwandte
Wertung:
LolliPop Deutsch & Mathematik Klasse 1 (Cornelsen)
Übungen:
Bei LolliPop kommen dieselben Figuren wie bei „LolliPop und die Schlaumäuse“ zum Einsatz – nur diesmal stark überarbeitet.
Die erste Übung ist hier das Spiel selbst. Es ist eine 3-D Welt, die Kind1 im Kopf nachkonstruieren musste, um sich überhaupt zurecht zu finden. Es gibt hier ein Rätsel im Adventure Spiel. Das bedeutet man muss mit anderen Leuten sprechen und Dinge einsammeln um ein Rätsel zu lösen.
Dieses Spiel kann schon als Übergang zu späteren Adventures für die Jugendliche und Erwachsene gesehen werden – und es bietet eine sehr komplexe Welt; die Insel Lollopolis. Auf dieser Insel leben die Felbys, eine Art grüne Kobolde. Mit ihnen redet man über Sätze – man bekommt also mehrere geschriebene Sätze vorgeschlagen und kann dann einen auswählen – so merken schon die kleinsten: „Lesen hat einen Sinn – ausserhalb von komischen Übungen“.
Neben diesem Spiel gibt es Lernzettel auf denen Spiele drauf sind, zusätzlich gibt es noch überall kleine Spiele versteckt, so dass die Verschiedenheit und Reichhaltigkeit an Übungen wirklich beeindrucken und für langen Spiel- und Lernspaß sorgen.
Schwierigkeit:
Auch wieder auf fortgeschrittenem Niveau werden hier sofort Klein- und Großbuchstaben gemischt.
Bei Kind1 musste ich noch bei dem Adventure dabeisitzen und helfen. Aber nach einiger Zeit konnte es immer mehr Dinge selber und findet sich mittlerweile perfekt in Lollopolis zurecht (und auf der Nachbarinsel).
Die Lernzettel sind sehr gut aufgebaut. Man bekommt immer 3 Lernzettel gleichzeitig zum bearbeiten. Auf jedem dieser Lernzettel sind 9 Schwierigkeitsstufen zu einem bestimmten Thema abgebildet (z.B. Laute hören, Buchstaben ersetzen, Wort lesen und zu Bild zuordnen).
Hat man alle 9 Level von jedem der 3 Lernzettel gelöst, kommen neue Lernzettel. Dieses Mal eine Stufe schwerer und aufbauend auf den alten Lernzetteln. So dass am Ende ein gutes Leseverständnis erworben werden kann. Die alten Lernzettel (also die leichteren Übungen) können jederzeit bearbeitet werden. Man darf sich das Level aussuchen, wie man will (von denen die man schon geschafft hat).
Umgang mit Fehlern:
Bei Fehlern bekommt man eine neue Chance allerdings „werden auch die Karten neu gemischt“ – das beugt einem Raten vor (zumindest rät man sehr erfolglos).
Interessant ist auch der Feedback-Mechanismus (also die Benachrichtigung, ob man etwas falsch oder richtig gemacht hat). Kommt bei den ersteren Übungen das Feedback noch sofort, so wird es bei späteren Übungen manchmal auch erst am Ende der Übung gebracht, so dass man schon etwas genauer aufpassen muss.
Bei den ersten Übungen spielt man meist gegen andere virtuelle Kinder, bei späteren Übungen funktioniert etwas bei Fehlern einfach nicht – und man bekommt die Stellen angezeigt, die Fehler enthalten. Dies ist eine pädagogisch sehr gute Art einen Fehler anzuzeigen – sie führt nicht zu Konkurrenz und Frustration, sondern motiviert, sich zu verbessern.
Wenn man eine Stufe geschafft hat, springt Lolli (einer der Helden des Spiels) eine Stufe nach oben, bis er schließlich ganz oben ist. Dies hat in Kind1 gestern einen wahren Motivationssturm ausgelöst und er brachte Lolli in einem Rutsch bis ganz nach oben.
Wertung:
– insgesamt sehr empfehlenswert
PS: Auf Amazon bekam dieses Spiel einen Minuspunkt, da die Rezensenten teilweise die Übungen lange suchen mussten. Wer die Übungen nicht lange suchen will, kann einfach im PA (Spieler wissen was gemeint ist) auf das Übungsblatt klicken, dann kommt eine Auswahlliste.